Hervorgehoben

Meditation: Die Hoheitstitel Christi Heiland

HELIAND in meinem bayrisch-thüringischen Gesangbuch, zerlesen und gebraucht mit vielen Bildern von Kokoschka, Schmidt-Rottluff und anderen mehr, mir nicht so geläufig.

Mit Gedichten. Gebeten von Gläubigen und Atheisten, die sich so nennen.

Oder als solche in Anspruch genommen werden.

Heliand germanisch, zu deren Erlösung.

Wenn sie kamen und die Botschafter umbringen wollten, weil sie ihnen in ihr Handwerk pfuschten, das sie beherrschten: Mord und Totschlag.

Wenn sie kamen und die Missionare umbringen wollten, weil sie ihnen die Gebote Gottes vorhielten.

Wie die Propheten, die Gekreuzigten und Zersägten, Gemarterten, die Heiligen.

In HEIDENANGST.

Wie immer bis auf den heutigen Tag.

Der Tod ist ein Meister in Deutschland.

Doch einige ergriffen die Chance wegen der Predigt von dem Opfer des Einen.

Nun sind nicht mehr gefordert die Opfer der Angst.

In ihren Wälder, in denen sie hingen.

Die Erstgeborenen. die Söhne. Die Liebsten.

Wie in einem bösen Märchen.

DER LIEBE HERR HEILAND

DER ERHÖHTE

DER GEKREUZIGTE.

UND AUFERSTANDENE

In Zeiten des Kranzes.

Corona.

Wo wird der gepredigt von den Oberen, den Bischöfen.

Wo ist der Raum und die Zeit für IHN.

Ja, sicher das Heil.

Es genügt.

Und es ist ganzheitlich.

TROTZDEM

Kirche bedeutet: konkret.

Kirche bedeutet: Raum.

Kirche bedeutet, es ist an der Zeit: ZU ERINNERN.

Gott ist mein Arzt.

Meine Burg.

Mein Fels.

Corona.

Aller Abstand ist gut.

Aber näher mein Gott zu Dir.

Aller Mundschutz ist besser als nichts.

Aber Dein Wort in meinem Herzen.

Aber der Raum des Heilandes darf nicht verschwiegen werden.

Sonst versiegen die Quellen der Kraft und wir verwenden Formeln.

Dann kommt die Bedeutungslosigkeit.

Ostern ohne Auferstehung.

Es geschieht das Wunder in der Anrufung des Heiligen Geistes.

In der EUCHARISTIE.

Das Geheimnis EKKLESIA.

Das Heilige.

Ich komme aus einer Zeit

Neulich bin ich eingeladen worden zu einem sogenannten Generationengespräch.

1.

Ich erinnere mich, als junger Pfarrer in einer Vakanzvertretung im Altenburger/Geraer Land, wie wichtig mir die Versöhnung zwischen den Generationen war. Der Gottesdienst fand statt in einem Gemeindesaal einer evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde.

Der Begriff war mir wichtig.

Nach dem Bruch 89 kamen auch Vikare aus Westdeutschland zu uns, einer sollte in Altenburg Pfarrer lernen. Wir schmiedeten ein Generationenprojekt: „Der Glaube des Adolf Hitler“ und eine englische Arbeit zu den religiösen Zügen des Nationalsozialismus gaben die Grundlage ab für die Perspektive zweier Generationen. Die der damals über Fünfzigjährigen und die der um die Dreißig. In unserem Fall gab es auch noch das Unterscheidungsmerkmal Ost und West als Sozialisationshintergrund.

Sicher für mich, der ich aus einer sozialistischen Gesellschaft kam in Anführungsstrichen ist das Wort Sozialisierung lange Zeit eine Verhöhnung gewesen ich habe lange gebraucht, um dieses wort in diesem Zusammenhang akzeptieren zu können. Wenn du aus einer Diktatur kommst, aus einem tatalitär gestrickten Staat – autoritär ist auch eine Verharmlosung-sit der Unterscheid zwischen Ost und West ein Abgrumnd und nicht eine Sozialisation. Um so hilfreicher war die Brücke des Generationen – Gespräches zwischen Jungen und Alten. Die hatte in dem Momentum noch eine ganz andere Bedeutung. wir suchten das Gespräch, um Brücken zu bauen über die Abgründe der Geschichte. Ich jedenfalls hatte auch deshalb einen westdeutschen Vikar gerne aufgenommen in mein Arbeitspensum.Jetzt wissen sie auch, weshalb mir – uns- dieses Universalwerk eines Universalgelehrten wie Friedrich Heer,östereichischer-jüdischer Herkunft, Jesuit, Dramaturg im Wiener Burgtheater, studierender Germanist u.a. in Königsberg in seiner Jugend als ehemaliger DDR-Bürger als eine Offenbarung erschien.

Mit diesem Vortrag „Der fatale Glaube des Adolf Hitler“ reisten wir nach Gera, Jena und anderswohin.

2.

Dann kam in dieser Zeit auch das Generationenhaus auf. Und wir waren stolz, daß das lutherische Magdalenenstift in Altenburg schon immer eins gewesen ist: Kindergarten, Pflegeheim, Rüstzeitheim für Konfirmanden, Jugendliche und junge Ehepaare.

Als Kreisungenpfarrer der Superintendentur Schmölln war ich zuständig für die Kreiskonfirmandenrüstzeiten in den Winterferien tief im Sozialismus. Das waren meistens drei Durchgänge je eine halbe Woche für Jugendliche, die in der Regel als Bauernkinder gerade von ihren Patenschmäusen kamen, die noch etwas mit den Schmäusen zu tun hatten, die Matthias Claudius besingt. Sie haben sich konfirmieren lassen und mit diesen Schmäusen wurden die Paten bedacht mit einem langen Gedicht. Sonst gab es keine Geschenke. Sie haben mit diesem Fest den Abgrund zwischen Kirche und Staat ignoriert.

Also sagte ich zu, zumal das Thema LIEBE für dieses Gespräch vorgesehen war. In dem Dreiklang Glaube, Liebe, Hoffnung. In der Bibel ist die Reihenfolge: Glaube, Hoffnung, Liebe.

Die ökumenische Akademie Gera/ Altenburg war der Tonangeber und wollte mit dem Spalatingymnasium für Altenburg diesen Takt auf den Weg bringen.

Mit GLAUBE fing es an. Ein Schüler des Gymnasiums diskutierte mit einer ehemaligen Landrätin (Die Linke). Ein ehemaliger Schüler wollte mit mir diskutieren übrigens anläßlich der Zwanzigjahr-Feier der Schule.

Ich möchte jetzt nicht die Diskussion wiedergeben, sondern einen Aufsatz, den ich zu meiner eigenen Orientierung mir in der Woche davor aufgeschrieben habe, zitieren.

Ich komme aus einer ietzten Zeit des DDR – Sozialismus, in der wir uns folgendes Motto gegeben haben: metanoia, xaris, kairos.

Auf deutsch: Umkehr, Freude und der richtigen Zeitpunkt.

Das sind neutestamentliche Begriffe. Besonders KAIROS hatte es in sich, als wir die Altenburger Akademie aufgebaut haben im Jahr 1988 . Das beweisen 500 Seiten Operativer Vorgang seitens der Stasi. Gorbatschow wußte etwas von diesen Dingen:

Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.

Jetzt ist die Zeit der Gnade.

Just.

Aber auch METANOIA . Umkehr. Der Sozialismus sollte ja auch ein Weg sein. Eigentlich auch ein Glaubensweg. Man mußte an ihn glauben. Und jetzt umkehren? Das war gefährlich und das Ziel der Stasi-Akte hieß dementsprechend Abschiebung oder Zuchthaus.

Gegen CHARIS war sicher am wenigsten einzuwenden.

Was bedeutet das Heute? – auch die Zeit bitte nicht verschlafen, da macht man sich schuldig.

Umkehren, wenn es lebensgefährlich wird.

Wie im Hochgebirge.

Nicht um jeden Preis die Trophäe nach Hause bringen wollen.

KAIROS : Den richtigen Takt, Rhythmus, finden im Tanz des Lebens. Das gilt nicht nur für den Zeitpunkt der ersten Liebeserklärung, sondern ist ständig gegenwärtig, wenn es nicht langweilig, öde und fade werden soll. Wenn die Liebe erhalten bleiben soll in allen Dingen zwischen Menschen, die ein Paar werden und einen Bund für ’s Leben schließen wollen, der Bestand haben soll.

Wenn sie Eheleute werden wollen in ihrer Zeit, die selig sein soll, glücklich, jedenfalls hin und wieder.

Die erfüllt sein soll.

Im Deutschen hat das Wort Liebe dreierlei Bedeutung: Die neutestamentliche Liebe, die wir Nächstenliebe nennen, in griechisch heißt sie AGAPE.

Die Liebe der Griechen, wenn sie Leidenschaft meinen: EROS. Es gibt ihn nicht nur in der Liebe zu einem geliebten Menschen, sondern auch zu einer Sache. In der Wissenschaft zum Beispiel. Auch in der Theologie.

Und die geschlechtliche Liebe: SEXOS.

Ich möchte aus meiner Jugend erzählen, als ich in Schmiedefeld am Rennsteig in die Mittelschule ging. Mein Vater war in Stützerbach im sogenannten thüringischen Teil evangelisch-lutherischer Pfarrer und nicht zufrieden mit dem Gottesdienstbesuch. Deshalb hat er das Angebot der „preußischen“ Kirche (Kirche der Union in Sachsen-Anhalt, ehemals preußische Provinz) angenommen und den Evangelisten Fritz Hoffmann eingeladen, der im Auftrag des Jungmännerwerkes (CVJM) in der Reisemission der evangelischen Kirche der Union tätig war. Der spannendste Abend innerhalb einer Missionswoche von Montag bis Freitag war der Donnerstag: Liebe und Ehe. Da kamen sie: die Menschen, die noch nicht ihre Sehnsucht nach Glück und Erfüllung aufgegeben haben. Die sich nicht gleich nach dem ersten Krach scheiden lassen wollen, die nicht nur Leidenschaften entfalteten, sondern auch litten. An ihrem Partner, Partnerin.

An der Welt, so wie sie ist.

Die kleine von Goethe liebevoll gezeichnete Dreieinigkeitskirche im thüringischen Teil (Evangelisch-Lutherische Kirche in Thüringen) im Thüringer Wald mit staatlich anerkanntem Kneipbad und allgemeinem Urlaubsangebot für FDGB- und Privaturlauber war brechend voll.

Es war d a s Thema – neben dem anderen Thema, daß wir sterben müssen.

Liebe und Tod.

Auch Thema im Sozialismus der Endfünfziger des Jahrhunderts also.

Nicht nur bei den großem Romanciers des 19. Jahrhunderts.

In Europa.

Im Abendland, daß ja katholischerweise die Minne erfand.

Oder im Minnedienst des Hohen Liedes des Königs Salomo im Alten(Ersten) Testament.

Und wie ist das bei den Klassikern der Revolution?

DER STILLE DON: die große Wieder-Holung des Menschen im Widerspuch, wenn es um die Liebe geht. Um den EROS. Um SEXOS.

Um AGAPE.

Denn nur sie hält die Dinge zusammen und erträglich, daß es nicht Macht und Gier wird, ein Atomkraftwerk, daß jederzeit in die Luft fliegen kann.

Die Liebe in ihrer dreifachen Bedeutung, wie es die Sprache Homers uns sehr deutlich macht. Und die koine – die griechische Weltsprache z. Zt. des Aufschreibens des Neuen Testamentes. Vergleichbar dem heutigen Englisch.

Fritze Hoffmann, wie er zärtlich genannt wurde von seinen Mitstreitern, hat dazu ein großes Haus an eine imaginäre Wand gemalt. Dieses Wohnhaus hieß AGAPE gleich Liebe, NÄCHSTENLIEBE. In dieses Haus hat er einen mittelgroßen Raum gezeichnet. Der hieß EROS gleich EROTIK. Und in diesen mittelgroßen Raum einen kleinen Raum: SEXOS, also SEX, Ausgangspunkt linke untere Ecke.

So, daß jeder wußte, was gemeint war. Der Ausgangspunkt war entscheidend. Wenn Sie so wollen Sigmund Freud. Darüber EROS, Erotik. Und noch einmal darüber Nächstenliebe.

Liebe, wenn diese drei Formen vorhanden sind.

Insofern hat das Hohelied des Apostel Paulus auf die Liebe: sie ist die größte unter allen, größer als Hoffnung, größer als Glaube, sehr wohl etwas, sogar viel mit dem zu tun, weswegen die Leute „strömten“. – Wie oft werden Fragen in der Kirche beantwortet, die gar keiner gestellt hat. Hier war es anders.

Sie haben nach dem Sinn ihrer Ehe gefragt.

Nach der Schönheit des Lebens.

Nach dem Glauben und der Hoffnung für ihre Zukunft, das heißt, ihre Kinder und Kindeskinder saßen mit im Boot.

Sex ist das Erdöl. Eros der Motor. Und die Liebe das Traumauto. Würde ich meinen Jugendlichen sagen, wenn ich sie noch hätte als im Dienst stehender beauftragter Jugend-Pastor der Evang.-Luth. Kirche in Thüringen. D.h. auch die Bremse, die Kupplung, vor allen Dingen die Lenkung, die Hupe und vieles mehr. Damit niemand Schaden nimmt.

Man kann alles hinterfragen. Auch das Haus mit den Kammern in ihrer Verhältnismäßigkeit und Größenordnung. Mir war es immer eine große Hilfe und ich möchte es weitergeben trotz Sexwelle aus Amerika, trotz Kinsey-Report.

Wegen Sigmund Freud.

Trotz und wegen Diversität.

Nimm und lies: Hohe Lieder der Liebe im Alten Testament:

Das Hohe Lied Salomos Kapitel 1 – 8; Psalm 45,1 – 18

Das Hohe Lied der Liebe im Neuen Testament: 1. Brief des Apostel Paulus an die Gemeinde in Korinth, Kapitel 13 1 – 13

Und wenn es um das Glück geht, lies die Bergpredigt:Matthäus 5, besonders den Anfang! – Seligkeit. Wann ist Gott nahe? Das ist keine Täuschung. Das ist Wahrheit und Liebe.

3.

Lassen Sie mich noch etwas hinzufügen.

Als ich im Juni einen Tag vor meinem Geburtstag im Jahr 1988 Sackleinen in „meiner“ neuen Kirche entrollte in Altenburg am Markt an der Trennwand zwischen Taufhalle und Kirche (nach Osten hin), war das die Grundlage für eine aktuelle Wandzeitung.- Ein Begriff, wie wir ihn aus der kommunistischen Bewegung kannten und ich aus meiner Lehrzeit als Möbeltischler ganz konkret – und natürlich aus der sozialistischen Volksbildung – Grundschule in Stützerbach, Mittelschule in Schmiedefeld am Rennsteig – die erweiterte Oberschule durften Pfarrerskinder damals nicht besuchen, womit der Staat sich die ersten Konterrevolutionäre gerade zu erzogen hat. Das gesamte Protestpotential in der DDR bestand übrigens zu nicht geringen Teilen aus vom Sozialismus auf diese Weise abgehängten Un- Bildungs- Kadern.- An dieses Sackleinen konnten Besucher der Offenen Kirche (ein „STASI – Projekt“) ihre Wünsche, Vorstellungen und Verbesserungsvorschläge mit bereitgestellten Stecknadeln – auf Papier aufgeschrieben – anheften.

Folge: Besuch des Zuständigen für Kirchenfragen des Rates des Kreises.

Nach der Revolution haben wir ein Kreuz aufgestellt in der Offenen Kirche, zusammen- geschraubt aus alten Eisenbahnschwellen von einem Vikar, der – wie ich- mit Holz zu tun hatte vor der Theologie: Zimmermann. Und daneben – schon viel früher – die übliche Gebetswand, wie ich sie aus vorrevolutionären Zeiten kannte, wenn meine Frau und ich von unserer ersten Pfarrstelle aus unseren alten Wirkungsort – Berlin besuchten – den Dom, mit seinem Cafe.

Meine Frau zuletzt als Seminarleiterin an der Sektion Philosophie, Kulturwissenschaft, Theaterwissenschaft an der HU, ich weniger wirkungsvoll, aber bemüht den Abschluß als Voraussetzung für ein Pfarramt belegen zu können- mit Verdienstmöglichkeiten für Studierende würde man heute sagen. – Wir haben viel von unserem damaligen Berliner Leben mitgebracht nach Ostthüringen in unsre erste Pfarrstelle im Wismutgebiet mit den reichhaltigsten Böden in Deutschland: An Offfenheit, Unvorsichtigkeit und hoffentlich Freundlichkeit.

Und unsere beiden Berliner Kinder.

Ein thüringisches Kind kam dann auch noch dazu.

Die Gebete waren meine Stütze, um nicht zu verlernen, daß ich nicht Fragen beantworte, die keiner gestellt hat. Die Themen der Gebete waren Krieg, Frieden, Tod und Leben und die Liebe zwischen den Geschlechtern. Die Verehrung gegenüber den Großeltern, die Sorge um sie. Die Sehnsucht nach Liebe. Die Sorge um kranke Eltern, um geschiedene Eltern.

Krankheit!

Bitte um Wunder.

Mir ist aufgefallen wie un – vorsichtig gerade Jugendliche für ihren Freund, ihre Freundin Gebetszettel an diese Wand oder dann auch an das Kreuz geheftet haben. Das Kreuz war mit langen Zimmermannsnägeln bestückt. Jeder/jede konnte seine Bitte so „aufstecken“. – Mir kamen die weißen Papiere wie weiße Flügel an dem Kreuz vor.

Die Katholiken haben mehr Erfahrung in diesen Dingen als wir. Sie sagten mir, in der Osternacht übergeben sie solche Gebete dem Himmel, indem sie sie dem Feuer in der Nacht anvertrauen.

Danke!

Liebe, Hoffnung und Glaube. Die größte unter ihnen die Liebe, AGAPE, die den EROS gespeist aus der Diversität der Geschlechter umgibt und hegt. Auch die Diversität, die uns ganz allgemein ausmacht. Und produktiv ist. AGAPE, daß sie hält die Liebe zwischen Mann und Frau, daß die Gabe der Sexualität geschützt ist.

Das wollte ich noch anfügen zu dem Thema, damit Ihr mehr wisst, aus welcher Zeit wir kommen.

Die Großeltern.

Und auch aus welchem Land.

Notiert am Vorabend des 9. Oktober 2021. Der uns lieber gewesen wäre als Nationalfeiertag als der 3. Oktober.

Gebet

Klagelieder

Im Altenburger Land habe ich gelernt, daß die Bauern, denen es am besten geht, am meisten klagen. Ich habe es nicht nachgeprüft, aber mir fiel es ein, als ich die Klagelieder im 1. Testament (Altes Testament) gelesen habe.

Klagen und Triumphieren, wie konnten das die Alten! Nicht nur in der Bibel, sondern auch in den Kulturen ringsherum. Am meisten ist mir das aufgefallen im Kampf um Troja, wie es die Hellenen beschreiben: das Elend und den Sieg.

Und wir?

Klagen?

Jubeln?

Außer sich sein.

In Klagelieder 3 lesen wir: „…du wirst ja daran gedenken, denn meine Seele sagt mir‘ s.“

So betet der Kläger, der von sich sagt: „Ich bin der Mann, der Elend sehen muß durch die Rute des Grimmes Gottes. Er hat mich geführt und gehen lassen in die Finsternis und nicht in‘ s Licht… Er hat seine Hand gewendet gegen mich…“

„Gedenke doch, wie ich so elend und verlassen, mit Wermut und Bitterkeit getränket bin.“

Hier beschreibt jemand seine Situation, die ausweglos scheint: ein verlorener Krieg, Landsleute, die ihn verspottet haben, weil sie nicht die Wahrheit hören wollten.

Zion, Jerusalem ist verloren in den Wirren in der Mitte des 1. vorchristlichen Jahrtausends. Aber nicht nur das Kollektiv, sondern auch der Einzelne schreit wie viele Steine, wenn sie fallen und geschleift werden: das Heiligtum Gottes zerstört, der Tempel der Gemeinde.

Schlimmer gehts nimmer.

Aber etwas in ihm sagt es: „Du wirst ja daran gedenken, denn meine Seele sagt es mir. Dies nehme ich zu Herzen, darum hoffe ich noch: Die Güte des Herrn ist es, dass wir nicht gar aus sind, seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß.“

Mehr noch:“ Der HERR ist mein Teil, spricht meine Seele, darum will ich auf ihn hoffen.“

Die Bestandaufnahme ist furchtbar, alles kaputt. Der Prophet im Gefängnis, während draussen die Schlacht tobt, wie vorausgesagt. Er ist dafür gefangen gehalten.

Ja, ja, er hat auch gesagt: „Was murren denn die Leute im Leben? Ein jeder murre wider seine Sünde.“

Sein Trost ist dahin, das Heiligtum geschändet, die Schlacht verloren.

Dann springt die REFLEXION um und wird da, wo es keinen Zweck mehr hat, das, was es nur noch werden kann: GEBET. Nicht mehr über Gott wird gesprochen und auch nicht mehr über den Menschen, nicht einmal mehr über Gut und Böse, sondern der Leidende spricht mit seinem Herrn …wieder. Der Funke ist noch nicht ausgetreten. Er findet zum DU zurück.

Er erinnert sich.

Erinnerung ist Erlösung.

Wie viele Menschen in der Christentumsgeschichte haben sich mit diesem Klagelied, das ein Hoffnungslied geworden ist, identifiziert? Sind damit getröstet worden und haben getröstet. Ihre Nächsten, ihre Nachbarn, ihre Freunde auf der Flucht, in den Kriegen.

Wenn alles ausweglos schien. „Ich bin der Mann…“ Das kann jeder sein. Jede.

Das kann ein ganzes Volk sein.

Er erinnert sich, vielleicht an seine Mutter, die ihn gelehrt hat zu beten, an seinen Vater, der ihn gelehrt hat, was die Gebote Gottes bedeuten, an seinen Pfarrer, seine Pfarrerin, seinen Lehrer, seine Lehrerin, die ihnen gezeigt haben, wie stark gute Gemeinschaft sein muss und kann, wie wichtig – und mit Sicherheit erinnert er sich an seinen Auftrag, den er empfangen hat von Gott schon vor seiner Geburt.

Trost bedeutet, sich erinnern auch an die Potenz des Widerstandes. Gebet ist auch Kampfgebet. Dann wissen wir auch wie gegenwärtig diese Klagelieder eines Gottesknechtes sind.

Und zum Schluss.

Wir lesen auch: „Denn der HERR ist freundlich dem, der auf ihn harrt, und dem Menschen, der nach ihm fragt.“ Fragen wir nach Gott in dieser Pandemie-Zeit. Oder waren wir dazu zu sicher eingebettet in unsere Versicherungen und Absicherungen, daß wir es nur zu einem technischen Verständnis bringen konnten ohne die Transparenz des Friedens, die höher ist als alle Vernunft. Kam es uns deshalb so trostlos vor. Das Ganze.

Und konnten weder kämpfen noch trösten?

Gott-los – ist das nicht trostlos?

Mich bewegen diese Fragen an Hand der Klagelieder in diesem alten Buch. Sie auch?

„Und der Herr segne und bewahre unsere Herzen und Sinnen, daß wir den Mut nicht verlieren.“ AMEN.

Jakob

Ich möchte noch etwas zu Jakob sagen.

Der Listige.

Der Sohn Isaaks, der seinen Bruder Esau verführt mit einer Erbsensuppe – sein Leibgericht – sein Erstgeburtsrecht an seinen jüngeren Bruder Jakob zu verkaufen.

Bleibt nur noch das Problem, den blinden Vater zu überlisten, damit der beim Erstgeburts – Segen nicht merkt, daß sein jüngster Sohn vor ihm kniet, um den Segen, der nicht rückgängig zu machen ist, zu empfangen.

Seine Mutter hilft ihm dabei. Ein rauhes Fell wird umgehängt und der Vater meint bei der Berührung den grobschlächtigen ungewöhlich dicht behaarten Esau vor sich zu haben.

Das ist nicht nur eine Lüge.

Das ist Betrug.

Das ist Spiel mit dem Feuer.

Das bedeutet Strafe und Flucht für Jakob.

Die Sonne bringt es an den Tag.

Jakob flieht, inzwischen vor Esau, der den Betrug jetzt erst richtig mitbekommt und sich sicher schämt für seine Freßgier.

Aber hier geht es nicht um‘ s Essen, nicht einmal um Moral.

Jakob hat sich gegen die Ordnungen Gottes raffinierterweise scheinbar durchgesetzt mit seinem Wunsch – und dem seiner Mutter – der Erstgeborene in der Familie zu sein.

Obwohl die Erstgeburt Esaus laut Bibel eine Panne war.

Auf der Flucht findet er einen Punkt, wo er inne hält und einen Stein, auf den er seinen Kopf legt.

Es ist Abend.

Nacht.

Jakob träumt einen schönen Traum: Gott wartet am Ende einer Leiter, die in den Himmel reicht. Jakob wacht auf und meint, hier müsse der HERR sein und richtet den Stein auf.

Er soll der Grundstein einer Gedenkstätte werden, wenn trotzdem alles gut wird und er sich mit seinem Bruder wieder versöhnen kann und mit seinem Vater. Jetzt wird er erst einmal zu einem Onkel finden, dort will er die schöne Cousine zur Frau, um dann – so wohlbestallt mit einer üppigen Herde ausgestattet – zurückkehren zu können in seine alte Heimat.

Aber listig sind auch andere.

Der Onkel jubelt ihm zuerst die weniger schöne Tochter unter die Decke in der Hochzeitsnacht, verhüllt und unerkannt – immerhin nach sieben Jahren schwerstem Hirtendienst. Das war der Preis für die Schöne, die nun gar keine Schöne ist. Aber verheiratet: Wie mit dem Segen. Was i s t , das i s t .

Er darf weitere sieben Jahre dienen zum Segen für den Onkel und schließlich auch zum Segen für Jakob.

Nun hat er auch noch RAHEL, die Lieblingsfrau des Jakob und später die Mutter von JOSEPH und Benjamin. Aber noch ist Krieg. Siehe oben. Heimkehr?

Am Jabbok ringt ein Mann mit Jakob.

Im Morgengrauen.

Die Männer lassen voneinander ab. Jakob bittet den Fremden, ihn zu segnen.

Seine Versöhnungskarawane ist schon längst über dem Fluß und Jakob hat noch einen Namen: ISRAEL.

Die Geschenke werden angenommen. Der um wenige Zeit ältere Zwillingsbruder Esau verzeiht. Die Familiengeschichte kann weitergehen.

Aus dem Stein, auf dem Jakob seinen Kopf legte und den er als Erinnerung aufrichtete ist BETEL geworden. Wie er gelobt hat: falls er zurückkommen kann in SHALOM.

Sie haben miteinander gerungen. Der Gott, der seinen Namen nicht nennen wollte und den Kämpfer segnete, damit er ihn ziehen ließe. Es ist HEILSGESCHICHTE. Sie ist merkwürdig. Und wichtig für uns – bis auf Jesus – bis zu uns – damit.

Nachzulesen bei GENESIS (1. Buch Mose im Alten Testament,Kapitel 25 ab Vers 19)

NIMM UND LIES!

PREDIGT – Werkstatt

  1. Teil

Beim ersten Durchlesen der Texte, die am Sonntag zur Auswahl stehen bzw. als Lesungen und Predigttextvorschlag zur Verfügung stehen, mache ich mir zuerst bewußt: SONNTAG.

Auf den SONNTAG GEHST DU ZU.

SONNE.

CHRISTUS DIE SONNE

Sei gegrüßt Herr Jesus, der Tag ohne Abend bist Du.

Ohne Abend?

Schrecklich.

Wo ist die Bergung der Nacht?

Nein – wo Finsternis LICHT ist. Sei gegrüßt Herr Jesus, der Tag ohne Abend bist Du.

Dann WOSKRESSENIE. Das ist russisch und heißt auf deutsch Sonntag, richtig übersetzt AUFERSTEHUNG. Wir feiern jeden Sonntag die Auferstehung des HERRN.

Und nun die Texte.

Fangen wir an wie die Bibel; wie die jüdisch christliche Tradition sich auch biblisch darstellt in diesen Lesungen zu diesem Sonntag, dem 14. in der Zählung nach TRINITATIS: Mit Jakob. Der die Leiter zum Himmel träumt und schwört: Wenn ich wiederkomme und alles ist gut, sollst Du mein Herr sein und bleiben, Gott, den ich geträumt habe oben am Ende der Leiter in den HIMMEL. Du sollst der Gott Jakobs werden wie Du der Gott meines Vaters Isaak warst und Du Abraham den BUND geschworen hast. Eine schöne Geschichte für Kinder in der CHRISTENLEHRE. Und für Erwachsene, die träumen können und wollen, aber mit einem Ergebnis. Hier richtet auf alle Fälle schon `mal einer einen Stein auf, auf dem er gelegen hat. Ein Kopfkissen der besonderen Art. Der Flüchtling, der Listige im Stammbaum JESU.

„Wohl dem, der einzig schauet nach Jakobs Gott und Heil“ (Evangelisches Gesangbuch 202, 2) können wir singen mit Paul Gerhardt in dem Gottesdienst am 14.Sonntag in der Trinitatiszeit, der Zeit der Fülle. Ja, trotzdem: Jakob, der dienen muß und wiederkommt, um sich zu versöhnen mit seiner Familie.

Nimm und lies 1 Mose 28 10-22 und folgend.

Dann RÖMER PAULUS 8 14 -17 und folgend, wenn du magst.

WIR SIND GOTTES KINDER.

Welche der Geist Gottes treibt.

Ein anderer Brief, der an die THESSALONICHER PAULUS 5 14-24 soll der Predigt dienen, oder besser umgekehrt:der Prediger dient diesem Zeugnis der Heiligen Schrift und damit dem Aufbau und dem Haushalt der Gemeinde.

Der geistlichen Ökonomie und Ökologie.

Wir werden noch darauf zurück kommen.

Und das Evangelium?

Die frohe Botschaft?

Die befreiende Botschaft?

LUKAS 17 11-19: Jesus heilt die zehn Aussätzigen, die ihm begegnen und wundert sich, daß nur einer zurückkommt.

Zu ihm!

Nachdem sie sich gezeigt haben und bestätigt bekommen haben, daß sie gesund sind.

„Wo sind die neun?“- Unser Wochenlied EG 333 antwortet darauf in einem herrlichen Gesang des Dankes.

Und der Psalm 146 EG 757.

Und dann predigen?

Ja.

2. Teil

PREDIGTGEDANKEN ZUM 14. Sonntag in der Trinitatiszeit (21/9/5/Werner -Sylten-Kapelle, Stadtkirche Köpenick Berlin, St. Laurentius)

Die Haustafel, der Haussegen

Der Apostel schreibt einen 1. Brief an die Gemeinde in Thessaloniki – vielleicht ist schon einmal jemand von Ihnen dorthin geflogen.

Ich schon, mit einem Freund, um auf dem Berg ATHOS, der griechischen Mönchsrepublik, zu wandern und Herberge zu suchen bei den Brüdern auf dem Gebirge, dem Zentrum der Orthodoxie.

In der Nähe ist Alexander der Große, einer der Weltherrscher der Antike geboren worden und andere Größen des Altertums.

Wie Aristoteles.

Es ist dort sehr schön: die Klöster, das Meer, die Bäume, die Wege auf halber Höhe und ganz oben.

Und heiß.

Jedenfalls im Sommer.

Du mußt die Treppen steigen oder dich tragen lassen von den Maultieren auf den Wegen neben den Treppen mit den vielen Windungen und eine Wasserflasche bei dir tragen. Bis du oben bist in dem Begrüßungskloster.

Die Gemeinde in Thessaloniki hat einen guten Ruf in der jungen Christenheit.

Paulus weiß das und ist stolz auf sie. Er erinnert noch einmal daran, was den christlichen Glauben ausmacht, er erinnert an das Bekenntnis des Glaubens, an den Unsinn des Glaubens, wenn er keiner ist und die Auferstehung des HERRN leugnet, die Leben bedeutet. Für die junge Kirche und die alte Kirche.

Und Gemeinde provoziert.

Christliche Gemeinde.

Aber neben dem Impuls braucht es die Ordnung, die Regel. Auferbauung der Gemeinde ist wie ein Haus bauen. OIKOS bauen. OIKOS ist das Haus und gleichzeitig der Haushalt. Deshalb die Regeln, die Hausordnung, um das Haus in Ordnung zu halten, zu erhalten.

Es ist wie Neuschöpfung, die nicht zersört werden darf durch Unachtsamkeit.

Nach den großen Antworten des Apostels und Lehrers der Völker zu den Fragen von Tod und Leben, Zeit und Ewigkeit, Geduld und Zorn beendet Paulus seinen Brief mit der Bitte, ihn doch ja auch vorzulesen in den Gemeinden, damit sie es alle hören, um was es wirklich geht und hängt die Haus-Ordnung auf im Haus des Glaubens – sozusagen in dem Bereich, wo man ein- und ausgeht. Die goldenen Regeln des Zusammenlebens für Jung und Alt, Fortgeschrittene und Hintangebliebene, Männer und Frauen, Gebildete und Ungebildete, Alleinstehende und Verheiratete, Geduldige und Ungeduldige.

Sichtbar für jeden an diese geeignete Stelle.

Da, wo der Haussegen hängt.

Und der soll nicht schief hängen in dem Gemeinde-Haus.

„Seid allezeit fröhlich betet ohne Unterlaß, seid dankbar in allen Dingen, denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus an euch.

Den Geist dämpft nicht.

Prophetische Rede verachtet nicht.

Prüft aber alles und das Gute behaltet.

Meidet das Böse in jeder Gestalt.

Er aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch und bewahre euren Geist samt Seele und Leib unversehrt, untadelig für die Ankunft unseres Herrn Jesus Christus.

Treu ist er, der euch ruft; er wird es auch tun.“

Euch segnen!

Euch bewahren!

Euch heiligen: Leib, Seele und Geist! Gerade auch in Zeiten der Krise, des Aufbruchs und des Abbruches.

Das gilt nicht nur für die Gemeinde damals, sondern genau so heute.

„Aber wir wissen doch, welch schöne Theorie das ist,“ ruft der Chor der Skeptiker.

„Oder etwa nicht?“

„Ja, doch. “

Aber es kann und soll trotzdem immer wieder nicht nur schöne Theorie bleiben und Christus damit der Lächerlichkeit preisgegeben werden, sondern lebendige Wirklichkeit unter uns, um Christus zu verherrlichen.

Die sogenannten Haustafeln zum Schluß der Briefe meinen die Früchte des Glaubens, die uns satt machen und stark zur Verwirklichung der Projekte – wie wir heute sagen -, die uns Sinn geben und Menschen neugierig machen auf das, was die Kirche Jesu Christi tut in der Welt.

Allerdings es stimmt, da haben die Skeptiker recht: Ohne Glauben wären es alles nur gutgemeinte moralische Überlegungen, die uns traurig machen wegen ihrer Unerfüllbarkeit.

Das Geheimnis des Glaubens und der Kraft zum Tun aber ist das Gebet.

Ohne Unterlaß bedeutet nicht eine ewige Büßerhaltung.

Nein, ganz und gar nicht, sondern eine Haltung des Empfangens und des Gebens. Daher die Fröhlichkeit. Das ist kein Widerspruch, sondern das eine ist des anderen Bedingung zur Heiterkeit, Gelassenheit und DANKBARKEIT.

Dankbarkeit für den Regen, wenn alle meckern wegen des Urlaubs, ja, Dankbarkeit für alles was uns umgibt und uns Schönheit schenkt.

Ja, es gibt sie, die Möglichkeit alles umzudrehen und das, was wir besitzen als Gabe Gottes ansehen können.

Das wäre Heilung im gesellschaftlichen Zusammenspiel.

Erprobt und geübt innerhalb der Gemeinde Jesu.

In der familia dei – Familie Gottes – sind wir gefragt in der Nachfolge Jesu, damit das Haus des Glaubens gebaut werden kann und heil bleibt. Und die Geschichte eines Menschen in SEINEM geschützten Raum zu einer Heilsgeschichte werden kann in der Gnade unseres Heilandes.

Wir beten

Ich habe Lust am Gesetz des HERRN.

Und wenn ich sie nicht habe, HERR, dann schenke sie mir doch bitte.

Und gib, daß ich den Sinn der Leiter in den Himmel erkenne und mich nicht verliere in meinen Träumen und Visionen, damit ich Dich nicht verliere, o HERR.

Und daß ich vernünftige Gottesdienste feiern kann, die mir helfen, Spielregeln einzuhalten und andere nicht zu verletzen.

In Gemeinde und Kirche.

Daß ich wieder zurück finde zu dir, HERR.

Nicht nur Weltreisen, sondern Heimkehr zu dir HERR werden mich retten, HERR.

AMEN

Gnade und Barmherzigkeit

Mitte August, mitten in der Zeit der Fülle, der TRIITATISZEIT, Erntezeit legt uns der Apostel Paulus einen Brief vor an eine seiner Gemeinden gerichtet, in der ein schwunghafter Handel mit Amuletten gebremst wurde, weil er, ein sich zum Glauben an Jesus Christus bekehrter Rabbiner und ehemaliger Verfolger der christlichen Gemeinde in ihr aufgehalten hat, um eben dort diese Gemeinde in der pax romana zu begründen, wie er es schon an vielen Orten der damaligen Welt getan hat.

Die Amuletthändlerin bezw.die Hersteller der Figuren, die eine Göttin der Fruchtbarkeit darstellt, fühlten sich in ihrem Berufsstand verletzt und bangten um ihren Gewinn, wenn die Bedeutung der Göttin Artemis durch seine Predigt und deren Wirkung infrage gestellt wurde.

Sie verklagten Paulus. Aber letztlich ohne Erfolg. Im Gegenteil: viele sogenannte Heiden (Nicht – Juden) und Juden wurden Glieder der Gemeinde und legten die „Werke der Finsterniss“ ab. Ja, sie brachten ihre Zauberbücher und verbrannten sie öffentlich. Durch diese Informationen sind die Kapitel dieses Briefes in denen Licht und Finsternis, gestern und heute, Tod und Auferstehung eine wichtige Rolle spielen, auch in ihrer Geschichtlichkeit betont.

Wir lesen den 1.Teil des 2.Kapitels

Und auch euch, da Ihr tot wart durch Übertretungen und Sünden, in welchen Ihr früher gelebt habt nach der Art dieser Welt, unter dem Mächtigen, der in der Luft herrscht, nämlich dem Geist, der zu dieser Zeit am Werk ist in den Kindern des Ungehorsams.

Unter ihnen haben auch wir alle einst unser Leben geführt in den Begierden unseres Fleisches und taten den Willen des Fleisches und der Sinne und waren Kinder des Zorns von Natur wie auch die andern.

Aber Gott, der reich ist an Barmherzigkeit, hat in seiner großen Liebe, mit der er uns geliebt hat, auch uns, die wir tot waren in den Sünden, mit Christus lebendig gemacht.

Aus Gnade seid ihr selig geworden.

Und er hat uns mit auferweckt und mit eingesetzt im Himmel in Christus Jesus.

Damit er in den kommenden Zeiten erzeige den überschwenglichen Reichtum seiner Gnade durch seine Güte gegen uns in Christus Jesus.

Denn aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glauben.

Und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es, nicht aus Werken, damit sich jemand rühme.

Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.

Predigt

Selig.

Was ist das?

Selig sind die Toten, die im HERRN sterben, lese ich in der Werner – Sylthen – Kapelle und hoffentlich alle die Trauernden, die dort ein und aus gehen, damit sie getröstet werden. Neben den Gottesdienstbesucher/Innen Sonntag für Sonntag.

Der Mann von Dorothee Sölle+ – seiner Herkunft nach ein franziskanischer Mönch – beklagt, daß die Protestanten kein Verhältnis zu ihren Toten haben, außer daß die Gräber ordentlich aussehen und vielleicht – ein wenig in Anlehnung an die Glaubenspraxis der katholischen Schwestern und Brüder – jetzt auch Kerzen in roten Behältnissen zum Ewigkeits/Totensonntag auf das Grab ihrer Lieben stellen.

Mir ist das besonders bestätigt worden, als ich mit meiner Frau zusammen ein Sommerpfarramt in Kitzbühel vor Jahren übernommen habe und wir diesen Ort in Tirol von ökumenischer Seite her kennen lernen durften: Die Ausführlichkeit der Bestattungen, die Tage-und Abend – Gebet mit Glockengeläut für die Verstorbenen in den Kapellen, die jährliche Wideraufrufung derer in den Zeitungen, die heimgerufen worden sind in sein Reich, öffentliches Zeugnis der Bitte um Fürbitte an die, die bei m Vater sind. In GOTT -wie es früher auch auf evangelischen Friedhöfen hieß.

Auch heute.

Erinnerung ist Erlösung.

Jedesmal fällt mir das ein, wenn ich im Tagespiegel solchen Jahresaufruf lese. Dann fällt mir auch Fulbert Steffensky ein mit seiner Äußerung (s.o.).

Selig die in Christus sterben.

Und leben!

Sagt unser Text.

Durch die Taufe. Auferstehen mit Christus, damit wir in einem neuen Leben wandeln, damit wir eine Vergangenheit haben, eine Gegenwart, die uns in die Zukunft führt. Für die wir Verantwortung übernehmen wollen und können.

Neu werden.

Sagt unser Text.

Ein neuer Mensch.

Wie neu geboren im Glauben an den dreieinigen Gott durch seine Gnade.

Bitten wir um diesen Glauben, die vornehmste Bitte, wie Martin Luther bekennt.

Denn er ist eine Gabe, die Gabe Gottes, die uns fähig macht Aufgaben zu übernehmen in der Gemeinde, in der Kirche, in der Gesellschaft. Und Geschichte möglich macht, an die wir uns gerne erinnern, die uns stärkt.

Siehe jetzt gerade nach dem 13.August rückblickend können wir das erkennnen. So können wir zur Heilsarmee des HERRN gehören und die Verheissung erkennen: Salz der Erde und Licht auf dem Berge sein.

Es gab schon viele Versuche in der Menscheitsgeschichte, den neuen Menchen hervorzubringen. Das eigentliche Ziel des Kommunismus ist auch genau dieses gewesen oder ist es noch?

In der DDR vielleicht nicht so deutlich ausgesprochen wie z.B, im Rumänien des Nicolae Ceausescu.

Der Neue Mensch, dem die Welt gehört. Daß alles in Scherben fällt zum Beispiel.

Auch in unserer Geschichte gibt und gab es solche Bewegungen, wo dies das Ziel ist.

Oder der Künstliche Perfekte Mensch, der höchstens noch Fehler macht. Unter Umständen Tödliche. Aber ohne Sünde ist und keine Erlösung braucht.

Das sind Versuchungen, vor denen uns Gott bewahren möge. Aber sie sind leider nichts Neues. Auch damals nicht in der ziemlich okkulten Stadt Ephesus mit viel Magie und Neugier in Kleinasien des Römischen Reichs.

Oder in unserem ganz privaten Leben so sich der Irrtum zeigt in Verantwortungslosigkeit, Unordnung und Hybris.

Deswegen sind diese grundlegnden Texte so wichtig.

In Christus, dem Gekreuzigten und Auferstandenen liegt der Grund der Hoffnung für die ganze Welt und für uns ganz persönlich mit der Möglichkeit der Liebe und Vergebung zu gegenüber meinem Nächsten.

Selig, ja selig ist der zu nennen, der diesen barmherzigen Gott in seinem Glauben erfahren und weitergeben kann, damit andere aus ihrer Schwermut entlassen werden können und ja sagen können zum Gnadengeschenk des Glaubens, des Segens und nicht im Dunkel bleiben.Ja sagen zur Licht – Gestalt, wie sie das Evangelium verheißt in der Nachfolge Jesu.

Der HERR schenk es uns allen im Aufbau der Gemeinde und seiner Kirche an dem Ort und der Stelle, wo Gott uns hingestellt hat.

AMEN.

Kaulsdorf in Berlin in der Noch-Coronazeit, die Liedtexte werden eingesprochen, herrliche Orgel

Mein Vater erzählte mir, daß Probst Grüber die Kommunisten vermißte, die mit ihm im Lager waren. Jedesmal hätte er sich das gefragt nach dem Durchschwimmen des schmutzigen Kanals, der die Kirche vom sozialistischen Staat trennte – und er sollte und wollte vermitteln als echter ANTIFA-Mensch zwischen diesem kommunistischen Staat und der evangelischen Kirche.

Probst Grüber war Pfarrer an der Dorfkirche zu Kaulsdorf – JESUSKIRCHE.

Das merkt man heute noch.

Eine Gedenktafel erinnert an ihn wegen des so genannten Grüber-Büros, daß jüdischen Bürgerinnen und Bürgern helfen wollte in‘ s Ausland zu gehen. Z.B Amerika oder England.

Der Beigeschmack: Diejenigen, die gehen durften, mußten viel Geld für den nationalsozialistischen Staat hinterlegen, sonst wären sie nicht entkommen.

Was wurde mit den Armen?

Bald war sowieso alles vorbei.

Vielleicht als die Reichen weg waren?

Das Büro wurde geschlossen – auch als Instrument zur Beschaffung von Devisen, wie wir es kennen aus den Kaufgeschichten der DDR und die Rolle der Diakonie dabei? –

Ja, wir werden uns immer auch schmutzig machen, wenn wir helfen.

Die Gemeinde hat ausgerechnet, wenn sie die AHA-Regel einhält

(„1-2m Abstand“), kommen nicht alle `rein.

Das wäre schade.

Also enger sitzen und nicht singen.

Damit die Formel stimmt.

Elia

Elia streitet für seinen Gott, den Gott Israels – Jahwä. Er ist ein Prophet des so genannten alten Bundes zwischen Gott und seinem Volk.

Es ist die Zeit nach dem davidischen Großreich, welches zerfällt in Juda und Israel, vor der Babylonischen Gefangenschaft und Rückkehr. Tempelzerstörung und Wiederaufbau.

Es ist die Zeit Ahabs, des Königs von Israel, der eine Phönizierin zur Frau nimmt, eine sidonischen Fürstentochter, die ihre Götter (Balim) mitbringt und die Propheten und Priester von Jahwä verfolgt und tötet, ausrottet, damit der Kulturkampf gelingt und die Baalspriester die Obernhand gewinnen.

Kulturgeschichtlich in jüngerer Zeit steht dafür das Oratorium von Felix Mendelsohn Bartholdy, ein zum evangelischen Glauben konvertierter jüdischer Komponist, der als erster von Rang Johann Sebastian Bach wieder entdeckt hat; und nicht nur für die Berliner Kultur. Heute hat er Hochkonjunktur, nachdem nur sehr zögerlich die Qualitäten des Komponisten erkannt werden wollten von namhaften Dirigenten und Chorleitern. Eine bittere kultur – und vielleicht auch kirchengeschichtliche Fußnote angesichts des Schicksals des jüdischen Volkes in Europa und besonders in Deutschland.

Unvergeßlich das Kampfgebet der Priester des Baals, daß trotz Verzückung und Geißelung – nichts bringt: Das Feuer entzündet sich nicht auf dem Opferaltar. Sie geben auf.

ELIA übernimmt und Gott selber entzündet das Holz, auf dem das Opfertier liegt. Das „hinkende Volk“, wie es die Bibel ausdrückt, weil es nicht weiß auf welche Seite es sich schlagen soll, „fällt auf sein Angesicht“ (Proskynese) und der augenblickliche Sieg des wahren Gottes ist gerettet.

AHAB wird gefügig und vergißt seine Frau ISEBEL für einen Moment. Ja, er folgt der Empfehlung „seines“ Propheten und läßt es sich gut sein auf dem Berg Karmel. Es ist Speisezeit für ihn. Für ELIA GEBETSZEIT. NICHT IM KAMPF GEGEN BAAL, SONDERN FÜR REGEN, damit endlich das ausgetrocknete Land nicht hungernd und durstend sterben wird, wie es die Witwe von Zarpa von sich gesagt hat. AUF DER SPITZE DES BERGES. ELIA legt den Kopf zwischen seine Knie und betet sieben Mal: HERR SCHICK` REGEN, DENN DU HAST GESIEGT, DAS VOLK WEISS WIEDER, WER IHR HERR IST.

Das war der DEAL: Wenn Jahwä, der Gott Israels wieder der HERR ist, zu dem wir beten, können wir auch um Wasser bitten für die Pflanzen, die Tiere und für uns.

Das TIMING des Herrn und seines Propheten.- So geht die Geschichte Gottes mit seinem halsstarrigen Volk und uns, weil es immer auch die Geschichte des Christus ist, der das Wasser des Lebens umsonst i s t und das Brot des Lebens.

Nimm und lies!

Die Vorgeschichten zu dem Ereignis. Die Geschichte von den Raben und dem Bach und dann die Wanderung in der Hitze, damit eine Witwe mit ihrem Sohn nicht umkommt und Elia auch versort ist und sich vorbereiten kann auf die Auseinandersetzung.

Und lies selber den Schluß der Geschichte in den Kapiteln des 1. Königsbuches (17, 18 und 19). – Es gilt das gesprochene Wort.

Gleichnisse Jesu

1.Korinther 14

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Auffindbar im BLOG: an wen und wie.

Michael Wohlfarth, Pfr.i.R., Erwachsenenbildner